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Untersuchungen zur Silierung von Zuckerrübenpressschnitzeln in Folienschläuchen

Udo Weber
ISBN 978-3-8325-1136-4
163 Seiten, Erscheinungsjahr: 2006
Preis: 40.50 EUR

Stichworte/keywords: Schlauchsilierung , Pressschnitzel , Silierung , Futterkonservierung , beet pulp

Seit den letzten Jahren erfreut sich die Silierung in Folienschläuchen stark wachsender Akzeptanz. Etwa 25 bis 30 % der mit diesem Verfahren in Europa konservierten Futtermittel sind derzeit Pressschnitzel. Weder zum Verfahren selbst noch zu Besonderheiten der Pressschnitzelsilierung im Folienschlauch gibt es bisher ausreichend detaillierte Untersuchungen. Diese durchzuführen war Aufgabe der vorliegenden Arbeit.
Zu diesem Zweck wurden über 2 Versuchsjahre Pressschnitzel aus mehreren Zuckerfabriken in Folienschläuchen einsiliert. Dabei wurden besonders die Einflussfaktoren Temperatur, Zwischenlagerung, TM Gehalt, Melassezusatz sowie die Möglichkeiten des Siliermitteleinsatzes zur Verbesserung der ASTA der Silagen berücksichtigt und ein Bezug der Ergebnisse zu definierten Position im Schlauchquerschnitt hergestellt. Außerdem mussten methodische Fragen für Untersuchungen im Folienschlauch geklärt werden. Dies waren die erstmalige Nutzbarmachung der "buried bag" - Methode für Siloschläuche ohne Beschädigung der Folie, die Sicherung der hinreichend genauen Siliermitteldosierung und -verteilung an einer Silopresse sowie die erstmalige Erfassung von Auswirkungen des Luftzutrittes während der Siloentnahme an offenen Anschnittflächen von Folienschläuchen.
Dabei wurden folgende Ergebnisse erzielt: Das Ausgangsmaterial unterschied sich mitunter bereits in der Zuckerfabrik sowohl fabrikspezifisch, als auch TM- und saisonabhängig. Auf dem Weg zum Silierort kam es bereits zu Stoffumsetzungen, vor allem Zuckerabbau und Hefekeimvermehrung, unabhängig von Fabrik und TM Gehalt. Es war eine deutliche Abkühlung der Pressschnitzel um bis zu 10 Grad Celsius feststellbar.
Eine darauf folgende 24 - stündliche Zwischenlagerung am Silierort führte nur zu einer geringen weiteren Abkühlung um etwa 2 Grad Celsius, die als kritisch gesehene 40 Grad Celsius Grenze für den Einsilierzeitpunkt wurde mitunter knapp unterschritten. Es kam zu einem signifikanten Zuckerabbau, teilweise bis auf Null. Damit einher gingen starke Säurebildung und pH- Wertsenkung, sowie ein geringer Anstieg der bereits hohen Hefekeimgehalte. Alkohol war nur in Ausnahmefällen, Buttersäurebildung nicht feststellbar.
Die Silagen zwischengelagerter Pressschnitzel unterschieden sich zwar geringfügig in einzelnen Parametern, man kann aber dennoch von einem sehr guten Konserviererfolg sprechen. Die aerobe Stabilität dieser Silagen war um einen Tag erhöht.
Der Temperaturverlauf während der Pressschnitzelsilierung unterschied sich unabhängig von Zwischenlagerung, TM - Gehalt und Melassezusatz ausschließlich zwischen der Position im Schlauch. Im Kern verlief die Abkühlung deutlich langsamer und unbeeinflusst von der Außentemperatur. Nach 49 Siliertagen bestanden noch Unterschiede von etwa 10 Grad Celsius zwischen Kern und Außenbereichen des Schlauches.
Zusatz von 5% Rübenmelasse beeinflusste den Konserviererfolg positiv. Weder waren erhöhte Hefekeime feststellbar, noch Alkoholbildung. Die ASTA stieg um einen Tag.
Hohe TM Gehalte führten weder zu Nachteilen für die Gärqualität noch zu erhöhten Hefekeimzahlen oder verringerter aerober Stabilität.
Die Lagerungsdichte war abhängig von TM Gehalt und Schlauchposition. Mit steigendem TM Gehalt nahm die FM Lagerungsdichte ab, die TM Lagerungsdichte zu. Im oberen Schlauchbereich war die Lagerungsdichte um etwa 20% geringer als im Kern.
Die Gärverluste waren sehr gering und betrugen im Mittel 0,2 bis 2,2%. Sie waren im Kern signifikant niedriger als im oberen Schlauchbereich. Die Gärqualität unterschied sich zwischen den Positionen nur in einem höheren Essigsäuregehalt im Kern des Schlauches, wo auch die ASTA über alle Versuche signifikant um einen Tag höher war. Die im oberen Schlauchbereich um eine Zehnerpotenz höheren Hefekeimzahlen waren dagegen nicht signifikant.
Mais Kofasil Liquid hat mit 5 l/t die ASTA von Pressschnitzelsilagen nach 49 Siliertagen im Moment der Schlauchöffnung um 2,5 Tage (TM<25%) und um einem Tag (TM>25%) erhöht. Unter darauf folgendem Lufteinfluss während der Dauer der Silageentnahme betrug die Verbesserung der ASTA TM- unabhängig 2 Tage.
Mais Kofasil Liquid hat mit 2,5 l/t die ASTA von Pressschnitzelsilagen mit 24% TM unabhängig von der Silierdauer im Moment der Schlauchöffnung um 2 bis 3 Tage auf etwa 5 Tage verbessert, ohne Zusatz betrug sie nur 2 bis 3 Tage. Eine Verdopplung der Aufwandmenge brachte mit einem Tag keinen signifikanten Zusatzeffekt. Unter danach folgendem Luftzutritt während der Entnahme hat allein die längere Silierdauer zu einer Verbesserung der ASTA um 1,5 Tage geführt. Sie konnte bereits mit 2,5 l/t Mais Kofasil Liquid um weitere 3,4 Tage auf fast 7 Tage verbessert werden. Dagegen waren bei nur 14- tägiger Silierdauer 5 l/t zwingend erforderlich, um eine Verbesserung der ASTA um 3 Tage auf 4,7 Tage zu erzielen.
Biologische Silierzusätze erwiesen sich als ungeeignet für die Pressschnitzelsilierung.
In der Diskussion wurden offene Fragen zum Verfahren Folienschlauch angesprochen, die zukünftig einer weiteren Untersuchung bedürfen.

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